Hahnrei

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Nicht erst im 20. Jahrhundert begannen die Menschen Namen für Sex und alles, was dazu gehört, zu finden. Schon im Mittelalter gab es solche Ausdrücke. Einer davon ist Hahnrei.

Als Hahnrei wird ein Mann bezeichnet, dessen Frau ihm fremdgeht. In manchen Kontexten gehört es auch dazu, dass dieser Mann es selber nicht merkt, sein Umfeld aber im Allgemeinen sehr genau Bescheid über das Treiben seiner Frau Bescheid weiß. Ein Hahnrei ist also ein Schmähwort, denn dadurch wird die Dummheit und Naivität des unwissenden Mannes noch einmal extra betont. Deutlich wird dabei, dass der Begriff eng verbunden ist mit dem Ausdruck „jemanden Hörner aufsetzen“, da auch dabei die öffentliche Demütigung des unwissenden Mannes betont wird.

Daneben gibt es noch einen weiteren stark sexualisierten Aspekt. Dabei wird betont, dass die Frau des Hahnrei eben erst aufgrund dessen Unfähigkeit, sie vollständig sexuell zu befriedigen, zu der Affäre gedrängt wird. Er kann es ihr nicht oft oder gut genug besorgen und daher holt sie bei anderen Männern, was sie braucht und zuhause nicht kriegt. Die Bezeichnung Hahnrei stempelt den Mann also auch als einen unfähigen Liebhaber ab, der nicht einmal eine Frau befriedigen kann, was die Schmähung noch einmal empfindlich steigert.

Wirklich wehren können sich die betroffenen Männer nicht, eben weil sie selbst meist erst als Letzte wissen, was ihre Frau hinter ihrem Rücken treibt und mit wem sie es tut. Für viele Mitwisser der Affäre besteht eine große Genugtuung eben darin, den Mann, dem die Hörner aufgesetzt wurden, in seiner Unwissenheit zu sehen.