Gigolo

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Der Bezeichnung Gigolo obliegt oft ein negativer, gehässiger Unterton. Heute wird er gern mit einem Womanizer gleichgesetzt. Im Modernen ist darunter also ein Mann zu verstehen, der nur allzu gern Hand an fremde Frauen legt, um diese für ein einmaliges Vergnügen zu verführen.
Geht man ins zwanzigste Jahrhundert zurück zeigt sich jedoch ein sehr viel charmanteres, harmloseres Bild des Gigolo. Denn zu dieser Zeit war er der sogenannte Eintänzer. Männer mit Anstand und Stil, oft mit militärischem Hintergrund, die von Tanzlokalen eingestellt wurden, um die einsamen Damen zum Tanz aufzufordern oder mit ihnen gemeinsame Tanzstunden zu verbringen. Die Art und Weise ihres Auftretens mag mit dem heutigen Womanizer zwar Hand in Hand gehen, diente aber ursprünglich keinem sexuellen Zweck. Es sollte einfach nur dem herrschenden Männermangel zumindest beim Tanzen ausgleichen. Ob die Herren dabei immer Spaß hatten, sei dahin gestellt.
Das aus dem Eintänzer schließlich ein Mann für gewisse Stunden wurde, ergab sich etwas später und stellte ein lohnenswertes Geschäft dar. So wurde der Gigolo rein zur weiblichen Befriedigung gebucht, konnte aber auch den Womanizer auf Veranstaltungen geben. Das Berufsbild des Callboys kommt diesem Ursprungsmodell gleich.
Eine ganz besondere Art Gigolo spezialisiert sich auf ältere und wohlhabende Damen, denen sie sich gern als Lustknaben zur Verfügung stellen. Natürlich gibt es Männer die einfach nur gerne viele Frauen sexuell befriedigen wollen und gerne mit ihren Eroberungen angeben.
Bezeichnet sich ein Mann also selbst als Gigolo, kann dies schnell nach hinten losgehen und für Spott und Hohn sowohl von männlicher, als auch weiblicher Seite sorgen. Möchte man zum Ausdruck bringen, dass Mann eine gewisse Anziehungskraft auf die Damenwelt hat, mit den eigenen Charme und später auf erregende Art mit Frauen spielen kann, ist der Begriff Womanizer eindeutig die bessere Wahl. Weitere, eher passende, Begriffe wären Frauenheld, Schwerenöter oder Schürzenjäger. Genau genommen fällt auch der Frauenversteher darunter, wird aber in seiner Wortbedeutung gerne ins Lächerliche gezogen.