Exogamie

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Unter dem Begriff der Exogamie wird ein ethnisches und moralisches Prinzip verstanden, die Eheschließungen innerhalb der eigenen sozialen Gruppe nicht gut heißt oder sogar verbietet. Die Heiratsregel sieht vor, dass der potentielle Ehepartner aus einer anderen Stammesgruppe oder Großfamilie stammt als man selbst. Das Gegenstück zur Exogamie wird als Endogamie bezeichnet. Die Prinzipien der Exo- bzw. Endogamie gehen auf die für den jeweiligen Kulturraum geltenden moralischen, rechtlichen oder religiösen Vorstellungen zurück.

In manchen Gesellschaften fuhr bzw. führt eine Zuwiderhandlung gegen das Exogamieverbot dazu, dass empfindliche Strafen ausgesprochen werden. Diese Heiratsverbote betreffen häufig nur die Eheschließung als solche und nicht etwa sexuelle Beziehungen zwischen Menschen der gleichen Stammesgruppe oder Großfamilie. Wie weit oder eng die Exogamie gesehen wird, ist in den verschiedenen Kulturen sehr unterschiedlich. Fast alle Völker der Erde haben es jedoch gemeinsam, dass Heiraten innerhalb der Kernfamilie, also Vater und Tochter oder Bruder und Schwester, nicht gestattet ist. Ein sehr bekanntes Gegenbeispiel stammt aus dem alten Ägypten, wo königliche Geschwister miteinander vermählt wurden, um das königliche Blut zu erhalten. Da diese Inzestschranke in fast allen Völkern und Ethnien gilt, wird der Begriff der Exogamie nicht zur Bezeichnung des Herausheiratens aus der Kernfamilie, sondern zum Herausheiraten aus bestimmten Abstammungsgruppen bezeichnet.

Die Entstehungsgeschichte und der Zweck der Exogamie hat zum Hintergrund, dass die Paarung von Blutsverwandten und die damit einhergehenden genetischen Nachteile vermieden werden sollten. Zudem kann das Prinzip der Exogamie den Austausch und die Kooperation verschiedener Abstammungsgruppen untereinander fördern. Diese Heiratsregel verfolgt demnach auch soziale und politische Ziele. Durch exogames Heiraten können Allianzen geschmiedet und neue Bündnisse geschlossen werden. Neben Exo- und Endogamie gibt es außerdem noch die sogenannte Isogamie, bei der Heiraten innerhalb der gleichen Schicht gewünscht ist (Indisches Kastensystem).

Im Rahmen der Sexualität spielen viele Pornos auf das Tabuthema Inzest und andere gesellschaftlichen Exogamie Vorschriften an und fingieren Sexualität zwischen Stiefmutter und Stiefsohn, Onkel und Nichte oder Bruder und Schwester.