Dendrophilie

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Der Ausdruck Dendrophilie setzt sich zusammen aus den griechischen Bezeichnungen „déndron“ für Baum und „philía“ für Liebe oder Zuneigung. Dementsprechend ist Dendrophilie die sexuellen Neigung zu Bäumen. Dendrophilie stellt eine Form der Objektsexualität dar.

Bei dieser seltenen sexuellen Neigung, spürt der Betreffende eine sexuelle Anziehung zu unbelebten Objekten. Im Gegensatz zum Fetischismus dienen diese Objekte nicht als „Stellvertreter“ für einen Menschen, sondern stellen eine vollwertige Alternative zu einem menschlichen Wesen dar. Objektsexuelle gehen gewöhnlich davon aus, dass auch Tieren, Pflanzen und sogar Gegenstände eine Seele besitzen und somit zu eigenständigen Gefühlen in der Lage sind. Objektophile lieben ein Objekt wie einen Menschen, fühlen sich erotisch zu ihm hingezogen und pflegen regelrechte Beziehungen zu ihm.

Im Falle der Dendrophilie besteht diese Liebe zu einem Baum. Da Bäume zu den Lebewesen gehören, mutet dies weniger abnorm, als bekannt gewordene objektsexuelle Beziehungen zu unbelebten Dingen wie den Türmen des World Trade Centers oder einer alten Dampflokomotive an. So überkommt es bereits gewöhnliche Naturliebhaber manchmal, dass sie den Stamm von „Bruder Baum“ mit beiden Armen umfassen, seinen frischen Duft einsaugen und zärtliche Gefühle für diese große Pflanzenform hegen.

Wenn man dies noch etwas weiter denkt, gelangt man in den Bereich der Dendrophilie: Dieser wird bevölkert von Männern und Frauen, die nicht nur zärtliche, sondern direkt erotische und sexuelle Gefühle gegenüber Bäumen – beziehungsweise gegenüber einem bestimmten Baum – hegen und leben. Denkbar sind Frauen, die ihre Brüste und ihre Vagina an der Rinde oder am glitschigen Moos eines Baumstamms reiben oder die sich selbst befriedigen, indem sie sich Äste in die Vagina oder in den Anus einführen. Umgekehrt kann man sich vorstellen, wie ein Mann seinen Penis in eine passende moosbewachsene Öffnung eines Baumstamms einführt und auf diese Weise bis zur Ejakulation mit dem Baum verkehrt.

Eine sehr bekannte Version von Sex mit einem Baum, stammt aus Sam Reimis Horrorklassiker „Tanz der Teufel“ von 1981. Diese ist jedoch keineswegs der Dendrophilie zuzurechen: In dem Film wird eine Frau brutal von einem Baum vergewaltigt.