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Menschen, die als bi bezeichnet werden, sind Menschen, die ihren Sexualtrieb nicht nur mit dem anderen Geschlecht, sondern auch mit dem gleichen Geschlecht ausleben. Es ist also keine besondere Sexualpraktik, sondern eine besondere Form der Sexorientierung. Trotzdem ist die Abgrenzung zu erotischen Spielvarianten sehr schwer zu ziehen. Viele Frauen und Männer, die sich als heterosexuell bezeichnen, leben ihre homosexuellen Fantasien nämlich in Dreierbeziehungen als Sexvariante aus.

Bi heißt so viel wie doppelgeschlechtlich

Der Begriff Bi kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „zweifach“, somit kann die Bisexualität als Doppelgeschlechtlichkeit gesehen werden. Nicht nur beim Menschen kommt die Bisexualität vor, auch bei anderen Lebewesen gibt es die Grundstruktur der Bisexualität. Selbst der Embryo im Mutterleib ist bis zum dritten Schwangerschaftsmonat zweigeschlechtlich. Erst im vierten Monat entwickelt er sich entweder zum Mann oder zur Frau. In seltenen Fällen kommen Babys auch zweigeschlechtlich zur Welt. Aus diesem Grund sind in jedem Menschen bisexuelle Anlagen vorhanden. Vor allem bei jungen Mädchen und Burschen, bei welchen die Geschlechtsreife noch nicht ganz vollendet ist, sind Bi-Anlagen stark ausgeprägt. Durch die Erziehung und auch durch die Moralvorstellungen werden die Bi-Neigungen in den meisten Fällen jedoch unterdrückt. Wissenschaftler haben erforscht, dass mindestens zehn Prozent der Bevölkerung in Europa eigentlich bisexuell orientiert sind. Die Bi-Neigung ausleben getrauen sich jedoch nur sieben Prozent.

Bisexuelle haben oft Angst entdeckt zu werden

Viele Bisexuell veranlagte Menschen haben Angst öffentlich zu ihrer Neigung zu stehen und unterdrücken diese aus Scham oder auch aus Angst den Partner oder Freunde zu verlieren. Das Versteckspiel führt wie bei Homosexuellen oft zu Depressionen und zu einer Angst, vielleicht doch entdeckt und geoutet zu werden. So sind bisexuelle Frauen fast sechsmal so selbstmordgefährdet als heterosexuelle Frauen. Bei den Männern ist der Prozentanteil noch etwas höher und damit sogar über jenen von Lesben und Schwulen. In der Öffentlichkeit wird auch immer nur das Outing von Schwulen und Lesben besprochen, dass es Menschen gibt, die bi sind wird selten angesprochen und gilt nach wie vor als Tabu.