Bastonade

section separator - Bastonade

Die Bastonade ist eine Form der Züchtigung durch Stockhiebe auf die bloßen Fußsohlen. Die Bezeichnung Bastonade kommt von dem französischen Ausdruck „bastonnade“ für „Stockhieb“. Alternativ ist ebenfalls der vom italienischen „bastonata“ abgeleitete Ausdruck Bastinado bekannt. Die analoge arabische Bezeichnung lautet Falaka. Im Deutschen existiert auch der heute veraltete Ausdruck „Sohlenstreich“, der inzwischen durch den ebenfalls seltenen Begriff der „Sohlenhiebe“ bzw. den Ausdruck „auf die Sohlen“ ersetzt wurde. Im Englischen wird gewöhnlich die Begriffsvariation Bastinado verwendet. Weitere englische Bezeichnungen sind „booting“, „foot whipping“ und „sole caning“.

Die Bastonade stammt ursprünglich aus dem Nahen und dem Fernen Osten, wo sie zum Teil auch öffentlich ausgeführt wird, hat sich zwischenzeitlich jedoch ebenfalls in viele westliche Länder hinein verbreitet, in denen sie auf unterschiedliche Art und Weise angewendet wird. In China reichen die frühesten Dokumente einer Vollziehung der Bastonade in das Jahr 960 zurück, während sie in Europa erstmalig im Jahr 1537 erwähnt wird.

Die Anzahl der bei einer Bastinado verabreichten Stockhiebe variiert nach dem jeweiligen Grund für diese Form der Bestrafung sowie nach dem jeweiligen Kulturkreis. So gelten im Iran 50 Hiebe noch als eine recht milde Strafe, die bei Straftätern um ein Vielfaches höher liegen kann. Im Osmanischen Reich ist eine Strafe von 250 Hieben dokumentiert. Sogar in Mozarts Zauberflöte wird eine Bastonade mit 77 Hieben erwähnt.

Im sexuellen Zusammenhang kann die Bastonade im Rahmen von Praktiken aus dem BDSM-Bereich in Form einer spielerischen und Lust steigernden Züchtigung angewendet werden. Beispiele sind Rollenspiele im Sinne einer Disziplinierung (B&D), eines Spieles mit Dominanz und Unterwerfung (D&S) oder auch Sadismus und Masochismus (S&M). In allen Fällen geht es darum, dass die Bestrafung zwar bei der „versohlten“ Person körperlichen Schmerz auslöst, dass der Akt der Züchtigung und/oder der Schmerz jedoch zugleich als äußerst lustvoll empfunden wird („Lustschmerz“). Gerade in Verbindung mit einer gleichzeitigen sexuellen Stimulierung der Genitalien, vermag die Bastonade bei der „bestraften“ Person somit in nicht wenigen Fällen äußerst starke Orgasmen auslösen.